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Hädl exclusiv – die BR 55 (preuß. G 8.1)

BR 55

Hädl exclusiv – die BR 55 (preuß. G 8.1)

BR 55

TT Dampflokomotive BR 55 (preuß. G 8.1) der DR, Ep.III
Art.-Nr.: 67-101003 Hädl – DC
Art.-Nr.: 67-101003-98 Hädl – DC, Digital

Die BR 55 (Preußische G 8.1) ist eine Güterzuglokomotive, welche ab 1913 in verschiedensten Lok-Fabriken gebaut wurde. Insgesamt existierten 5155 Lokomotiven. Die Höchstgeschwindigkeit der Lok betrug 55 km/h. Bis zum Ende gab es sie bei beiden deutschen Bahnverwaltungen.

Die Hädl-Lok 55 2887 wurde am 31.12.1914 als Frankfurt 4845 in Dienst gestellt. Gebaut wurde sie in den Hanomag-Werken. Bei der DR wurde sie in 5525-56 umbezeichnet. Stationiert war sie unter anderem in Berlin Lichtenberg/Ostbahnhof.

Das fein detaillierte Hädl exclusiv-Modell zeichnet sich besonders durch folgende technische Parameter aus:

BR 55
  • Glockenankermotor
  • PluX16-Schnittstelle (Digital ausgestattet mit DH16A-4)
  • fahrtrichtungsabhängige Stirnbeleuchtung
  • höhenbewegliches Fahrwerk mit Ausgleichshebeln
  • Kurzkupplungskulissen an beiden Fahrzeugenden, Kupplungsschacht mit Normaufnahme
  • Kurzkupplungskulisse zwischen Lok und Tender für einen engen Lok-Tender-Abstand
  • Nutzung aller Radsätze zur Stromabnahme
  • maßstabsgerechtes Modell mit einzeln angesetzten Griffstangen und Dampf- und Sandleitungen für feinste Detaillierung
  • LED-Beleuchtung
BR 55
BR 55

Wozu benötigen wir noch eine weitere BR 55?

Diese Frage kommt eventuell bei dem einen oder anderen Modellbahner im ersten Moment auf, lässt sich aber ziemlich einfach beantworten. Die vielleicht auf den ersten Blick ähnliche Form der beiden Maschinen G 7.1 (PIKO) und G 8.1 (Hädl), inklusive der Baureihen- Bezeichnung „55“ kann den Eindruck erwecken, dass wir hier eine Doppelentwicklung vor uns haben. ABER dem ist nicht so! Denn die ursprüngliche Typenbezeichnung G 8.1 verrät uns schon den ersten Unterschied. Und um genau zu sein, haben wir mit dem Hädl-Modell eine der im Vorbild meist gebauten deutschen Lokomotiven neben der Baureihe 52.

Der Grund warum beide Modelle als Baureihe 55 bezeichnet wurden, liegt im Umzeichnungsplan der Deutschen Reichsbahn für Länderbahnlokomotiven.

Die Deutsche Reichsbahn begann im Jahr 1920 einen Umzeichnungsplan zur einheitlichen Bezeichnung der von den Länderbahnen übernommenen Dampflokomotiven zu entwickeln. Grundlage war ein entsprechendes Baureihenschema.

Bei der Gründung am 1. April 1920 hatte jede der sieben Länderbahnen (Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Mecklenburg und Oldenburg) in Deutschland eigene Vorschriften zur Kennzeichnung ihrer Triebfahrzeuge.

Beim Zusammenschluss der sieben Länderbahnen zu einer gemeinsamen Staatsbahn, war eine Vereinheitlichung der Kennzeichnung dringend notwendig geworden, um eine zentrale Verwaltung des Bestands, der um 1920 aus etwa 400 Gattungen mit über 20.000 Triebfahrzeugen bestand, zu ermöglichen. Es gab darunter sowohl Fahrzeuge, die lediglich als Einzelstücke existierten, als auch Fahrzeuge mit mehreren tausend gebauten Exemplaren.

Zur endgültigen Lösung dieses Problems wurden über 5 Jahre benötigt und unter Leitung von Gustav Hammer, dem Präsidenten des Reichsbahn-Zentralamts, drei verschiedene Pläne entwickelt. Auch die eigentliche Umzeichnung dauerte noch Jahre, sodass nicht alle Lokomotiven ihre neue Nummer noch erhielten, weil sie zwischenzeitlich ausgemustert wurden.

Baureihenschema der Deutschen Reichsbahn

Das Baureihenschema wurde entwickelt, um die etwa vierhundert von den Länderbahnen übernommenen verschiedenen Dampflokomotiv-Bauarten sowie Neubaufahrzeuge einzuordnen.

Das Grundschema besteht aus einer Stammnummer und einer Ordnungsnummer. Die Stammnummer war zweistellig, die Ordnungsnummer war mindestens dreistellig, höchstens vierstellig. In unserem Fall steht die Stammnummer 55 für Güterzug-Lokomotiven. Neben den beiden Preußischen G 7.1 und G 8.1 umfasst die Baureihe 55 noch 12 weitere Loktypen:

55.7–14: Preußische G 7.2
55.15: ČSD-Baureihe 413.1
55.16–22: Preußische G 8
55.23–24: Preußische G 9
55.57: Mecklenburgische G 7.2
55.58: Mecklenburgische G 8.1
55.59: Pfälzische G 5
55.60: Sächsische I V
55.62: Oldenburgische G 7
55.70: ČSD 401.0
55.71: ČSD 403.2
55.72: Pfälzische G 4.I

Technische Unterschiede

Die wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Typen zeigen sich dann in den technischen Details:

G 7.1G 8.1
Anzahl:1.2025.155
Baujahr(e):1893-19171913-1921
Ausmusterung:19661972
Bauart:D n2D h2
Länge über Puffer:16.613 mm18.290 mm
Dienstmasse:52,6 t69,9 t
Radsatzfahrmasse:14,7 t17,6 t
Höchstgeschwindigkeit:45 km/h55 km/h
Indizierte Leistung:485 kW / 660 PSi927 kW / 1.260 PSi
Treibraddurchmesser:1.250 mm1.350 mm
Zylinderanzahl:22
Zylinderdurchmesser:520 mm600 mm
Kolbenhub:630 mm660 mm
Kesselüberdruck:12 bar14 bar
Rostfläche:2,22 m²2,58 m²
Verdampfungsheizfläche:151,21 m²146,04 m²
Tender:pr 3 T 12
pr 3 T 16,5
pr 3 T 16,5
pr 3 T 20
pr 2’2′ T 21,5
Wasservorrat:12,0 m³ / 16,5 m³16,5 m³ /20,0 m³ / 21,5 m³

Vorbild

Die Dampflokomotive Preußische G 8.1 war eine von Robert Garbe durchgeführte Weiterentwicklung der G 8 und wurde zunächst als „Verstärkte Normalbauart“ bezeichnet. Sie hatte einen größeren Kessel und das daraus folgende höhere Gewicht war beabsichtigt, um durch das höhere Reibungsgewicht die Zugkraft ebenso zu erhöhen. Durch den hohen Achsdruck konnte die G 8.1 allerdings nur auf Hauptbahnstrecken eingesetzt werden. Als Einsatzgebiet kam zum schweren Güterverkehr später der schwere Rangierdienst hinzu.

Geschichte
BR 55
Von Bundesarchiv, Bild 183-15765-0013 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link

Die G 8.1 war die am häufigsten gebaute Länderbahnlokomotive und nach der Baureihe 52 die zweithäufigste gebaute Lokomotive in Deutschland. Für die Preußischen Staatseisenbahnen und zuletzt für die Deutsche Reichsbahn wurden allein 4.958 Exemplare hergestellt. 185 Stück wurden ins Ausland verkauft z. B. nach Polen und Rumänien.

Infolge des Waffenstillstands am Ende des Ersten Weltkriegs, gelangten 459 Maschinen zur PKP, sowie weitere drei an die Freie Stadt Danzig und wurden dort als Reihe Tp4 geführt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Lokomotiven aus Polen und Litauen als Zweitbesetzungen in die Baureihe 55 eingereiht. In den Jahren 1934 bis 1941 wurden insgesamt 691 G 8.1 mit einer vorderen Laufachse ausgerüstet, um die Höchstgeschwindigkeit zu steigern und die durchschnittliche Achslast zu vermindern. Die umgebauten Lokomotiven wurden in die DR-Baureihe 56.2–8 umgezeichnet.

Mehr als 1.000 Fahrzeuge gab es noch nach Ende des Zweiten Weltkrieges. 1968 hatte die Deutsche Reichsbahn noch 150 Fahrzeuge und die Deutsche Bundesbahn 50, die sie ab 1968 als Baureihe 055 bezeichnete. Die Fahrzeuge waren mit Schlepptendern der Bauarten pr 3 T 16,5, pr 3 T 20 und pr 2’2′ T 21,5 ausgestattet.

Quelle: Wikipedia

Sebastian


Meine Empfehlung: Informieren Sie sich in unserem Beitrag auch
über die preuß. G 7.1 in TT von PIKO.
Beste Grüße aus der Sächsischen Schweiz
Sebastian

2 Kommentare

  1. Ein sehr schöner Beitrag ihrerseits.
    Gerade auch, was die vielen Fakten zum Vorbild und zur Unterscheidung zu Piko’s Modell der G7. 1 angeht.
    Danke
    Ich freue mich auf das Hädl Modell. Das gezeigte Handmuster macht schon einen sehr guten Eindruck.

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